Aktuell

Ab Juni:

Verzeichnen, Vermessen, Vergleichen: Natur(lyrik) im frühen 21. Jahrhundert

Im Frühjahr 2020 hatten wir zu der Veranstaltungsreihe Nach der Natur. Gedichte aus dem Anthropozän eingeladen, als die Corona-Pandemie ausbrach und unsere Pläne zunichtemachte.

Zwei Jahre später hat die Reihe in Zusammenarbeit mit einer neuen Kooperationspartnerin ein Update erhalten und knüpft nunmehr an das von Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz inspirierte gegenwärtige Jahresthema der Akademie Die Vermessung des Lebendigen  an.

Lehrplanbezug und didaktisches Konzept

Für das 2. Kurshalbjahr im LK Deutsch sieht die Abiturprüfungsordnung in Berlin und Brandenburg ab 2023 als Schwerpunkt „Naturlyrik von der Aufklärung bis zum Sturm und Drang“ und zudem einen „Vergleich mit Naturlyrik des 21. Jahrhunderts“ vor.

Dieser Maßgabe liegt eine Reihe von Vorannahmen zugrunde, u.a. dass Literatur aus einzelnen Gattungen bestehe. Dass sich die der Lyrik themenbezogen weiter untergliedern lasse in Subkategorien, darunter eine, die sich der „Natur“ widme. Und dass der „Vergleich“ von Gedichten aus verschiedenen Epochen eine angemessene und erkenntnisstiftende Praxis der Auseinandersetzung mit diesen Texten sei.

Ziel unserer aktuellen Staffel soll es sein, einige dieser Annahmen ihrer Selbstverständlichkeit zu entkleiden und zu problematisieren: Haben Gedichte des 18. Jahrhunderts die gleiche „Natur“ zum Gegenstand wie solche des 21. oder ist dieses Konzept inzwischen obsolet? Ist es sinnvoll, Gattungsgrenzen nach inhaltlichen Gesichtspunkten festzulegen? Nach welchen Kategorien setzen wir poetische Texte zueinander in Bezug und wie kommen diese Klassifikationsraster zustande?

Vorbereitung und Ablauf

Die 2020 zusammengestellte Anthologie wurde zu diesem Zweck behutsam reduziert und auf den neuesten Stand gebracht. Sie versammelt rund 30 einschlägige Gedichte u.a. von Durs Grünbein, Esther Kinsky, Silke Scheuermann, Lutz Seiler und Jan Wagner. Mit der verbindlichen Anmeldung erhalten die teilnehmenden Kurse dieses Corpus zur eigenständigen Sichtung und ausgewählten Lektüre im schulischen Unterricht. Diese bildet dann Basis und „Hallraum“ für die gemeinsame Arbeit im Workshop, bei der wir sowohl in die Breite als auch in die Tiefe gehen wollen, indem wir uns an einer Systematisierung der Sammlung, aber auch am exemplarischen Close Reading versuchen. Wie in allen Veranstaltungsreihen des Schülerlabors Geisteswissenschaften wird die konkrete Textarbeit mit weiterführenden, d.h. poetologischen und wissenschaftsmethodischen, Fragestellungen verschränkt.

Veranstaltungsort und-zeit

Die Workshops finden statt im Hauptgebäude der Akademie am Gendarmenmarkt (Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin; U-Bahnhöfe Hausvogteiplatz, Stadtmitte und Unter den Linden). Veranstaltungsbeginn ist 09.00 Uhr, Veranstaltungsende 13.00 Uhr.

Das Anmeldeverfahren ist abgeschlossen. Alle Termine sind bereits vergeben.