Das Format

Schülerlabore waren bisher vor allem aus den Natur- und Technikwissenschaften bekannt. In den Geisteswissenschaften fehlte dagegen ein Angebot, das interessierten Schülerinnen und Schülern einen konkreten Einblick in die berufliche Praxis bot. Die Akademie hat daher 2006 ein Format entwickelt, das Formen aktiven, entdeckenden Lernens auch im Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaften ermöglicht: das Schülerlabor Geisteswissenschaften.

In Workshops, die sich besonders an Leistungskurse der Oberstufe richten, machen sich Jugendliche mit den Arbeitsabläufen aktueller geisteswissenschaftlicher Forschung vertraut. Für einen Schultag übernehmen sie selbst die Aufgaben eines Historikers oder einer Literaturwissenschaftlerin, um die Entscheidung für oder gegen ein solches Studium später mit größerer Verantwortung und Sicherheit treffen zu können. Bearbeitet werden stets „echte“ ergebnisoffene Probleme, in der Regel auch mit Bezug zu den unmittelbaren Tätigkeitsschwerpunkten in den Akademienvorhaben und interdisziplinären Arbeitsgruppen, an die das Schülerlabor anknüpft.

Lange die bundesweit einzige Einrichtung dieser Art in den Sprach- und Literaturwissenschaften, hat das Schülerlabor Geisteswissenschaften inzwischen mehrere Nachahmer gefunden, unter anderem an der Ruhr-Universität Bochum, an der Akademie der Wissenschaften zu Hamburg, an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Schülerlabor Geisteswissenschaften ist Mitglied im Bundesverband LernortLabor und einziger geisteswissenschaftlicher Partner im regionalen Schülerlabor-Verband „GenaU“ (Gemeinsam für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht). Vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft wurde es als modellhaftes Projekt im Dialog von Forschung und Öffentlichkeit ausgezeichnet.

Informationsflyer (PDF, 3MB)